Erdkinderplan nach Maria Montessori
Der 1920 von Maria Montessori entwickelte Erdkinderplan diente der Reform der Sekundarstufe. Er fällt in ein Alter (7./8. Klasse), in dem sich Kinder, die bisher als Teil der Familie lebten, mental zu Erwachsenen weiterentwickeln, die als Teil der Gesellschaft leben müssen. Das Bedürfnis, den eigenen Platz in der Gesellschaft zu finden, steht an erster Stelle. Der Erdkinderplan als „Erfahrungsschule des sozialen Lebens“ soll die Selbstständigkeit und die soziale Unabhängigkeit der jungen Heranwachsenden stärken. Es geht um eine Suche nach Orientierung und Halt. Da der Erdkinderplan in einer von Landwirtschaft geprägten Zeit entwickelt wurde und Montessori davon ausging, dass die Jugendlichen durch ihre Arbeit auf dem Land und mit der Erde von den Ursprüngen her in ihre Kultur eindringen, sprach Montessori von „Erdkindern“. Entscheidend ist die Vermittlung der Realität des Lebens auf der Basis sozialer Grunderfahrungen.
Unsere Erdkinderplanbeauftragte Karin
Ich bin Montessori-Fachlehrerin an der Montessori-Schule, weil der Fokus meines Arbeitsprofiles darauf ausgerichtet ist, in einem offenen und partnerschaftlichen Umgang mit den Jugendlichen auf Augenhöhe zu treten und sie in der Umsetzung ihrer Ideen zu unterstützen.
An der Montessori-Pädagogik schätze ich vor allem ihren ganzheitlichen Ansatz, die jedem Kind die Chance gibt, auf unterschiedliche Weise Selbständigkeit durch Selbsttätigkeit zu erlangen („Hilf mir, es selbst zu tun!“). Das ist im Hinblick auf die Schule und später im Beruf von zentraler Bedeutung.
Das Erdkinderplangelände in Margetshöchheim
UMSETZUNG NACH DEN IDEEN DER SCHÜLER*INNEN
Der Verein hat ein leerstehendes Wohnhaus mit Gartengrundstück in Margetshöchheim angemietet, welches mit Schüler*innen inzwischen entrümpelt, umgebaut, tapeziert, gestrichen und mit Sockelleisten ausgestattet wurde. Auf unserem großen Außengelände haben wir einen 150 m² großen Gemüseacker angelegt, den wir in Zusammenarbeit mit Acker e. V. bewirtschaften. Das Hegen und Pflegen desselben durch unsere Schüler*innen im vergangenen Schuljahr hat sich mit wunderbaren Gemüsegeschenken wirklich gelohnt.
Zudem sind eine Menge Lebensräume, wie z. B. eine Benjeshecke, eine Steinmauer, ein Totholzbeet, eine Wildblumenwiese, verschiedene Nistkästen für Insekten und Vögel, angelegt und gebaut worden. Diese bieten Fledermäusen, Vögeln, Eidechsen, Igeln, Bienen und vielen anderen Tieren und Insekten ein Zuhause und fördern gleichzeitig eine großartige Biodiversität. Wir haben bereits ein gut funktionierendes Ökosystem geschaffen, das ohne Zusatz von Pflanzenschutzmitteln in der Lage ist, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen zu halten.
Um all diese Biotope sichtbar und begehbar zu machen, erarbeiten wir im Moment – in Zusammenarbeit mit der Kunstklasse unserer FOS – eine Beschilderung unseres schönen Gartens. Es wird ein Bildungsgarten entstehen, der anhand verschiedener Outdoor-Stationen praktisch erfahrbar gemacht werden soll.
Die Errichtung eines Lernhauses bzw. Lerngeländes, in dem der Unterricht verschiedener naturwissenschaftlicher Fächer (Mathe, Physik, Biologie, Chemie, aber auch Technik und Soziales) „entschult“ vermittelt werden kann, ist auf einem guten Weg und wird von uns stetig weiterentwickelt.
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