header

ERDKINDERPLAN

Der 1920 von Maria Montessori entwickelte Erdkinderplan diente der Reform der Sekundarstufe. Er fällt in ein Alter (7./8. Klasse) in der sich Kinder, die bisher als Teil der Familie lebten, mental zu Erwachsenen weiterentwickeln die als Teil der Gesellschaft leben müssen.

Das Bedürfnis, den eigenen Platz in der Gesellschaft zu finden, steht an erster Stelle.

Der Erdkinderplan als "Erfahrungsschule des sozialen Lebens" soll die Selbstständigkeit und die soziale Unabhängigkeit der jungen Heranwachsenden stärken. Es geht um eine Suche nach Orientierung und Halt.

Da der Erdkinderplan in einer von Landwirtschaft geprägten Zeit entwickelt wurde; und Montessori davon ausging, dass die Jugendlichen durch ihre Arbeit auf dem Land und mit der Erde von den Ursprüngen her in ihre Kultur eindringen, sprach Montessori von "Erdkindern".

„Die Arbeit mit der Erde ist der Zutritt zum unbegrenzten Studienweg der Naturwissenschaft und Geschichte“.
Entscheidend ist die Vermittlung der Realität des Lebens auf der Basis sozialer Grunderfahrungen.

Für die Vorgehensweise gilt: „Die besten Methoden sind diejenigen, die beim Schüler ein Maximum an Interesse hervorrufen, die ihm die Möglichkeit geben, allein zu arbeiten, selbst seine Erfahrungen zu machen und die erlauben, die Studien mit dem praktischen Leben abzuwechseln.“

Als Möglichkeiten für Jugendliche sehen wir heute:

  • Praktische Anforderungen und körperliche Anstrengungen erleichtern die Umwälzprozesse in der Pubertät.
  • Das Bedürfnis, echte Verantwortung übernehmen zu dürfen und Herausforderungen zu bestehen, wächst zunehmend.
  • Bestätigung und Anerkennung für ihre Arbeit zu bekommen ist besonders gut möglich, wenn Jugendliche praktisch etwas herstellen und etwas Sichtbares schaffen.
  • An erster Stelle steht das aktive, handelnde Erarbeiten.

Die Jugendlichen arbeiten in freier Initiative, aber nach expliziten oder immanenten Regeln

Für unser Projekt in Margetshöchheim bedeutet dies, dass die Schüler im Moment einen Arbeitsplan entwickeln welche Projekte sie im Haus und Garten planen. Dies können zum Beispiel Streicharbeiten, das Anlegen und Pflegen von (Gemüse-)Beeten, Präsentationen/Vernissagen der künstlerischen Arbeiten der Schüler etc., sein. Den Schülern wird bei der Wahl der Projekte, aus den oben genannten Gründen, so weit wie möglich freie Hand gelassen. Die Lehrer nehmen eine beratende Funktion ein und geben Hilfestellungen zur Ausführung.

Die Schüler werden sich im Klassenverband immer im Wechsel in Margetshöchheim befinden. An drei bis vier Tagen fände dann Projektarbeit im Haus statt, an einem Tag wird mit der nächsten Gruppe die Übergabe gemacht und gemeinsam geplant und besprochen was als nächstes zu tun wäre.

Den gänzlich landwirtschaftlich orientierten Erdkinderplan möchte die Montessori Schule gerne auf die Moderne projizieren ohne die ursprünglichen Beweggründe in den Hintergrund treten zu lassen.

(Zitate sind Auszüge aus Maria Montessori: Von der Kindheit zur Jugend, Freiburg i.Brsg. 1966)

­