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Die neuformierte 11. Klasse der Montessori Fachoberschule Würzburg, in Begleitung von Martin Schelzig, Ursula und Johannes Wagner, besuchte vom 3. bis zum 5. Oktober die Jugendbildungsstätte in Volkersberg. Jeder war dem jeweils anderen noch recht fremd, weswegen die Klassenfahrt direkt am Anfang des Schuljahres stattfand, das Ziel war also das Kennenlernen. Die dortigen Aktivitäten fanden alle auf freiwilliger Basis statt, niemand wurde gezwungen.

Tag 1
Am Vormittag ging es los, und zur Mittagszeit kamen wir an. Nach etwas Ankunftszeit und dem gemeinsamen Essen trafen wir uns alle im Gruppenraum 8. Den Anfang machte Martin Schelzig, unser zukünftiger Deutschlehrer, mit einem progressiven Rhythmusspiel, welches sich über die Tage hinweg fortsetzte. Anschließend durften wir „Reise nach Jerusalem – ohne Verlieren“ spielen. Das Spielprinzip ist ähnlich dem Original, allerdings endet das Spiel erst dann, wenn einer der Schüler nicht mehr auf den weniger werdenden Stühlen unterkommt. Die folgende Aufgabe bestand darin, einen auf dem Boden liegenden Teppich horizontal zu drehen. Der Twist: Wir standen alle auf dem Teppich, und dürfen den Boden daneben nicht berühren. Darauf folgten verschiedene Spiele in der Sporthalle, der allgemeine Favorit dabei war „Wo ist Willi?“. Nach dem anschließenden Abendessen trafen wir uns, um „More than one story“ zu spielen.
Tag 2
Der Tag begann mit „Low Elements“, also den Niedrigelementen im Klettergarten. Wir wurden in zwei gleichgroße Gruppen unterteilt, in welchen wir die Aufgaben zeitlich versetzt lösen sollten.
Die erste davon war ein grobes aus Seilen geknotetes Spinnennetz, das ohne die Seile zu berühren von jedem durchquert werden musste. Dabei wurden manche gestützt, andere gänzlich hindurch gehoben. Die zweite Aufgabe bestand aus einem liegenden Baumstumpf, auf welchen wir balancieren und uns alphabetisch ordnen sollten, ohne den Boden zu berühren. Aufgabe drei war ein stehender Stamm mit einem Autoreifen darum, der auf dem Boden lag. Diesen sollten wir, ohne den Stamm damit zu berühren, hochheben und vorsichtig auf den Boden daneben zu legen. Dazu musste einer auf die Schultern eines jeweils anderen steigen. Die vierte Aufgabe war es, eine Murmel von A nach B zu befördern. Jeder von uns hatte dafür ein kurzes Halbrohr in der Hand, und wir mussten uns immer von hinten nach vorne neu arrangieren, um die Kugel im Rollen zu halten. Zuletzt galt es noch eine große Platte, welche als Wippe aufgebaut war, auszubalancieren.
Anschließend hab es Mittagessen, und am Nachmittag trafen wir uns wieder im Gruppenraum 8. Dort setzten wir unser Rhythmusspiel fort, welchem ein neuer Takt hinzugefügt wurde, außerdem wurden uns Bilder gezeigt. Wir sollten dann Verbindungen von deren Motiven zum Montessori Schulprinzip finden, und danach hat jeder für sich Werte notiert, die ihm oder ihr im Schulleben wichtig sind. Anschließend wurden wir in drei Gruppen unterteilt, in welchen wir unsere einzelnen Ergebnisse zusammentrugen. Daraus erstellte jede Gruppe eine Wertepyramide und stellte diese vor. Es folgte das Abendessen, und am späteren Abend saßen wir alle am gemeinsamen Lagerfeuer. Es herrschte eine wunderbare Atmosphäre, man kam mit jeden gut ins Gespräch und alle waren gut drauf. Es gab Stockbrot und Marshmallows, Musik aus der Box und auch live, gespielt auf einer Akustikgitarre.
Tag 3
Nach dem Frühstück trafen wir uns alle wieder im Gruppenraum 8. Zu Beginn lernten wir den letzten Teil des Rhythmusspiels. Danach befassten wir uns wieder mit dem Vortag bearbeiteten Thema, „Werte“. Uns fiel auf, dass viele Begriffe, zum Beispiel Respekt und Zusammenhalt, oft vorkamen und eine wichtige Position innerhalb dieser einnahmen. Anschließend wurde pro Gruppe, dieselben wie vom Vortag, jeweils eine Wertepyramide erstellt. Aus diesen drei Pyramiden erstellten wir wiederum eine gemeinsam als Klasse, welche allerdings noch um Grundpfeiler und den Überbegriff „Freizeit“ als Ziel erweitert wurde.
Die nächste Gruppenarbeit war dann ähnlich, es ging darum aus den vorher besprochenen Werten ein Manifest aus 10 Regeln zu erstellen. Dies machten wir wieder in unseren Gruppen, die Ergebnisse waren auch hier sehr ähnlich. Die Zusammenfassung in einem Plakat für die ganze Klasse wird in die Hände der Schüler aus dem Gestaltungszweig gelegt. Außerdem gab es noch Organisatorisches wie die Wahl zum Klassensprecher. Als letztes wurde rundum reflektiert, wobei jeder zu Wort kam. Abgesehen von einem Einwand, die Kartoffelpuffer hätten nicht geschmeckt, gab es keine negativen Rückmeldungen. Gelobt wurde vor allem der Zeitplan: es gab viel Freiraum zwischen den verschiedenen Aktivitäten. Außerdem erwähnte jeder die gute Stimmung, die während der gesamten Zeit vorherrschte. Mich persönlich hat die Kooperation der Schüler überrascht, niemand beschwerte sich über eine Aufgabe oder fiel in irgendeiner Weise negativ auf. Insgesamt gefiel die Klassenfahrt jedem – und das Ziel dieser, sich kennen zu lernen, wurde erreicht: Wir kennen uns alle beim Namen, und niemand hat Hemmungen jemanden anzusprechen. Insgesamt eine schöne Erfahrung für alle, die mitkamen.
Autoren: Dustin Jung, Michelle Kellner

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